Bereits im September besuchte eine japanische Delegation der National Police Agency www.npa.go.jp Österreich, um den Leistungsumfang der Testregion ALP.Lab und die Rahmenbedingungen für das Testen automatisierten Fahrens in Österreich kennen zu lernen. Im Rahmen der Wirtschaftsmission nach Japan und Südkorea unter der Leitung der steirischen Landesrätin Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung MMag. Barbara Eibinger-Miedl, erfolgte vom 9.-13.November der Gegenbesuch in Tokio.

Wie Assistant Director Yujiro UEHARA und Chief Inspector Yoshihiro Fujita vom Automated Driving Planning Office der National Police Agency of Japan (kurz NPA) erklärten, erfolgt die Überprüfung der Safety Standards für Fahrzeuge durch das Ministry of Land, Infrastructure, Transport and Tourism. Die Erstellung der Rahmenbedingungen und Regularien für automatisiertes Fahren, inklusive des Aufbaus der Infrastruktur für die Teststrecken auf öffentlichen Straßen, fällt jedoch in den Aufgabenbereich der NPA. Als Behörde der japanischen Zentralregierung untersteht sie direkt der nationalen Kommission für öffentliche Sicherheit und liegt damit im Zuständigkeitsbereich des Premierministers. Dies unterstreicht auch die Bedeutung von automatisierter Mobilität in Japan. Von besonderem Interesse war die automatisierte Erstellung von hochgenauen Karten aus den LiDAR Punktwolken, wie sie mit dem Kamerafahrzeug der JOANNEUM RESEARCH und den Machine Learning Methoden des ICG der TU-Graz für die ALP.Lab Teststrecke durchgeführt wurde. Einer der Anknüpfungspunkte für vertiefenden Know-how Austausch im kommenden Jahr

Eine automatisierte Testfahrt mit dem Automated Driving Demonstrator des VIRTUAL VEHICLES und im DriveLAB Simulator rundete das Programm in Graz ab, wobei die beiden Gäste erstmals und gefahrenlos den Rechtsverkehr auf europäischen Straßen erfahren konnten.

Beim Gegenbesuch in Japan im November d.J. stellte das 2016 in Tokio gegründete Start-Up Ascent Robotics eines ihrer Testfahrzeuge vor. Schwerpunkt des Unternehmens liegt in der Entwicklung von AI und Machine Learning-Algorithmen für das raschere und effizientere Lernen von autonomen Fahrfunktionen in der Simulation, basierend auf Echtdaten.

Sehr viele Projekte rund um automatisiertes Fahren in Japan sind auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio ausgerichtet. Im Olympischen Dorf sollen selbstfahrende Shuttles die Athleten/innen transportieren, wobei die remote gesteuerten Fahrzeuge ihren Dienst ohne Testfahrer durchführen sollen. Die Sicherheit durch die remote Steuerung eines Operators soll mittels 5G Mobilkommunikation gewährleistet werden. Beim Überschreiten von kritischen Latenzzeitgrenzen stoppt das Fahrzeug automatische.

Im ersten Halbjahr 2020 sind Level 2 und 3 Tests auf Landstraßen und Expressways, sowie Level 2/3 Truck Platooning mit bis zu drei LKWs geplant. Beim Testen auf öffentlichen Straßen überträgt man die Verantwortung für die sichere Durchführung in einem weit größeren Ausmaß als in Europa üblich, auf Testfahrer. Bis 2025 sollen Level 4 Fahrzeuge fixer Bestandteil auf öffentlichen Straßen sein.